Philosophie

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Das Fach Philosophie / Praktische Philosophie

„Ich denke, also bin ich…“ – so oder so ähnlich enden idealer Weise Überlegungen im Philosophieunterricht, wenn auch der berühmte Philosophie René Descartes nur durch seine Texte anwesend ist. Wir als Fachschaft Philosophie fördern Schülerinnen und Schüler in ihrem natürlichen Fragen und Denken. Wir motivieren im Unterricht dazu, Sachverhalte und ethische Problemfelder kritisch zu betrachten und die eigene Meinung herauszubilden und zu formulieren. Anhand lebensnaher Themenfeldern untersuchen wir Probleme der Wahrnehmung, der Ethik und des Staates und entwickeln auf diesem Hintergrund eigene Lösungsstrategien.

Besonders im Fach Praktische Philosophie (Jgst. 7-9) ist es uns wichtig, dass jeder in seiner Persönlichkeit wahrgenommen und gehört wird, um zu reflektierten und mündigen Menschen zu reifen, die ihre eigenen Positionen in Wort und Schrift vertreten können.

Diese Eigenschaften können Schülerinnen und Schüler der Q-Phase zum Beispiel durch die Teilnahme am Bundes- und Landeswettbewerb „Essay“ unter Beweis stellen.

 

Die „MPG-PHILO-BOX“
Ihr fragt – Philosophieschüler (stellvertretend für berühmte Philosophen) antworten!
Am Tag der offenen Tür habt ihr philosophische Fragen formuliert und in die „Philo-Box“ geworfen. Hier sind nun die Antworten unserer Philosophieschüler:

Ist Umweltschutz sinnvoll?

→ Ja, Umweltschutz ist sinnvoll, da wir für die künftigen Generationen auf der Erde verantwortlich sind und unser Handeln darauf ausrichten sollten. Wie auch Hans Jonas in seinem Ökologischen Imperativ formulierte: „Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“

Warum gibt es mich? Warum existieren wir? Warum bin ich? Warum lebe ich und warum leben Tiere?

→ Nach der Evolutionstheorie von Charles Darwin ist der Mensch das Ergebnis einer Reihe von zufälligen Ereignissen und dementsprechend durch Mutation und Selektion entstanden. Aber eine andere Möglichkeit ist es, die Frage mithilfe des Glaubens und der Religion zu beantworten: Wir existieren, weil es Gottes Wunsch ist. In der Philosophie werden beide Ansätze gleichermaßen berücksichtigt. Philosophen sind und waren häufig auch Naturwissenschaftler oder aber nutzten ihre Glaubensgrundsätze für ihre Theorien. René Descartes zum Beispiel zweifelt sogar an der gesamten Existenz des Menschen. Er kommt aber zu dem Schluss, dass wir zumindest als denkendes „Etwas“ existieren, weil etwas da sein muss, was überhaupt an etwas zweifeln oder denken kann.

Was heißt Philosophie?

→ Der Begriff „Philosophie“ kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus „philos“ (= die Liebe) und „sophia“ (= die Weisheit), bedeutet also soviel wie „die Liebe zur Weisheit“. Philosophen stellen alles infrage und denken über die Welt und die Menschen nach.

Wer ist Esther?

→ Esther ist in erster Linie eine Schülerin der Q2 und besucht den Philosophiekurs, der mit der Beantwortung der Fragen beauftragt wurde. Um einen Menschen weiter zu beschreiben, ziehen wir für gewöhnlich seine Charaktereigenschaften heran oder wir beschreiben, wie er oder sie sich in bestimmten Situationen verhält. In der Philosophie beschäftigt man sich eher damit, das „Wesen“ (oder vielleicht eher das „Wesentliche“) einer Sache oder einer Person zu untersuchen. Was aber ist das „Wesen“ von Esther? Naja, diese Frage kann wohl nur beantworten, wer zuvor deutlich gemacht hat, dass überhaupt etwas existiert, was uns Menschen voneinander unterscheidet – z.B. so etwas wie eine „Seele“.

Wann fing die Zeit an?

→ Mit den Menschen fing die Zeitrechnung an. Die ersten Uhren wurde übrigens 3000 v. Chr. Im alten Ägypten erfunden (Sonnenuhren). Letztlich muss man jedoch die Zeit unabhängig von der Zeitrechnung betrachten, also müsste man sagen, dass sie schon immer existiert, oder aber erst entstanden ist, als jemand den Begriff „Zeit“ zum ersten Mal verwendete.
Was war vor dem Universum? Wie ist das Universum entstanden?
→ Auf der einen Seite kann man sagen, es entstand beim Urknall. Andererseits lässt sich auch diese Frage mit dem Glauben an Gott beantworten. Demnach hat Gott das Universum geschaffen. Für Philosophen ist nicht unbedingt entscheidend, welcher Mythos über die Entstehung der Welt/ des Universums tatsächlich Recht behält, sondern vielmehr, was diese Begründungen über den Menschen und über diejenigen, die diese Mythen und Erzählungen verfasst haben. Aber um etwas konkreter zu werden: Nach Descartes z.B. könnte vor dem Universum nichts gewesen sein, da nichts da war, das hätte denken und zweifeln können.

Was war zuerst da: Mond oder Sonne?

→ Diese Frage lässt sich vermutlich nur naturwissenschaftlich klären (gut, dass die ersten Philosophen Griechenlands auch immer Naturwissenschaftler waren):
Die Sonne war vor dem Mond da. Die Sonne entstand nämlich früher als der Mond von der Anziehungskraft der Erde eingefangen wurde. Die Sonne entstand vor 4,6 Milliarden Jahren, der Mond ist 4,53 Milliarden Jahre alt.

Was ist der Sinn des Lebens? (die wohl am häufigsten gestellte Frage an die Philosophie)

→ Biologisch gesehen kann man sagen, dass der einzige Sinn (im Sinne von Aufgabe) der ist, zu überleben und sich fortzupflanzen. Gibt es einen anderen Sinn im Leben? Dies ist eine Frage, die Menschen sich konstruiert haben, also sollten sie diese Frage wohl auch selbst zu beantworten suchen. So ist vielleicht der Sinn des Lebens, nach der Existenz von allem zu fragen. Oder man wählt einen Vorschlag bekannter Philosophen: Aristoteles und Epikur sehen den Sinn und Zweck des Lebens darin, nach Glück zu streben. Die Glückseligkeit ist nach Aristoteles unser aller Endziel und gibt unserem Leben dadurch einen Sinn.

Was ist das Leben? Was bedeutet euch das Leben?

→ Das Leben ist ein Kreislauf. Mal hat man Glück, mal hat man es nicht. Man erlebt Dinge, setzt sich Ziele, man strebt nach dem Glück, aber letztendlich muss man immer kämpfen, weil sich immer Herausforderungen in den Weg stellen.

Wie sieht Gott aus? (keine klassische philosophische Frage, aber dennoch interessant)

→ Eigentlich verbietet das Bilderverbot im Christentum ja, dass wir uns anmaßen, die Gestalt Gottes zu erfassen. Nach christlicher Vorstellung lässt sich Gott gar nicht in eine einzige, eindeutige Gestalt bringen, die ich als Mensch anbeten könnte. Jeder Mensch sucht etwas anderes in Gott, daher sieht er (oder sie) auch für jeden anders aus. John Locke beschreibt Gott übrigens als „allmächtigen und weisen Schöpfer“.

Widersprechen sich Religion und Philosophie?

→ Die Philosophie umfasst Themen aus allen Lebensbereichen und somit auch Themen der Religion. Das führt auch dazu, dass einige kluge Menschen wie Albert Schweitzer und Hans Jonas Philosophen und Theologen sind oder zumindest in beiden Gebieten von großer Bedeutung sind. Beide Bereiche ergänzen sich und vereinfachen den Zugang zum jeweils anderen Bereich. Die Philosophie und der Glaube an einen Gott widersprechen sich hierbei nicht. Einige der hier beantworteten Fragen beweisen die enge Verbindung von Religion und Philosophie.
Ist das Schicksal stärker als der freie Wille der Menschen?
→ Für die Beantwortung der Frage müssen zwei Voraussetzungen gemacht werden: Erstens: Etwas wie das Schicksal existiert und beeinflusst das Leben der Menschen. Zweitens: Der Mensch hat einen freien Willen. Wenn wir beides annehmen, so kann die Antwort nur lauten: „Ja“. Das Schicksal müsste außerhalb der menschlichen Wahrnehmung und außer Reichweite seines Einflusses liegen, da ansonsten nicht von der Willensfreiheit ausgegangen werde kann. Nun ergibt sich aber folgendes Problem: Gibt es das Schicksal und ist dies vom Menschen nicht beeinflussbar, so kann es eigentlich keinen freien Willen geben, da wir in all unseren Handlungen durch das Schicksal vorherbestimmt sind. Die eigentliche Frage muss also lauten: „Hat der Mensch einen freien Willen oder sind wir durch das Schicksal determiniert?“

Warum haben Menschen Freunde?

→ Menschen haben Freunde, weil sie nach der Gründung von Gemeinschaften streben. Sie bilden Gemeinschaften mit Menschen, mit denen sie sich am besten verstehen oder am wohlsten fühlen, damit sich das alltägliche Leben z.B. einfacher gestalten lässt (Interessengemeinschaft)

Wieso klaut ein Mensch? Wieso sind Menschen so neidisch?

→ Nach Thomas Hobbes ist der Mensch von Natur aus egoistisch und nur auf seinen Selbsterhalt und die Verteidigung seines Lebens und seines Besitzes ausgerichtet. Um seine eigene Sicherheit zu steigern, klaut der Mensch von anderen und steigert seinen Besitz. Zum Beispiel klaut er ein Auto, weil er zuvor neidisch auf den Autobesitzer war und kann sich nun selbst geschützt fortbewegen. Nach Hobbes kann sich der Mensch (aber eigentlich nur außerhalb einer Gesellschaft) gar nicht anders verhalten.

Sind Fleischesser schlechtere Menschen?

→ Diese Frage muss man mit Ja und Nein beantworten:
Nein, weil Menschen omnivore Lebewesen („Allesfresser“) sind, also ist der Konsum von Fleisch für sie natürlich gegeben.
Ja, weil das Wissen darum, dass Lebewesen dafür sterben oder aber unnötig leiden müssen, den Menschen nicht davon abhält, Fleisch zu essen.